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Künstlerin Hartwigsen kämpft gegen Christenverfolgung

Erschütternde Bilder und Vorträge im Rahmen einer ganz anderen Kunstausstellung in der Wunstorfer Abtei

WUNSTORF (g­b). Um die große The­ma­tik der welt­wei­ten Chris­ten­ver­fol­gung nicht den Rand­no­ti­zen in den Me­dien zu ü­ber­las­sen, or­ga­ni­sierte die Wunstor­fer Künst­le­rin Pe­tra Hart­wig­sen eine Kunst­aus­stel­lung mit Pro­gramm in der Wunstor­fer Ab­tei, zu dem vor al­lem ver­sierte Vor­träge ü­ber die Lage der Chris­ten in den ver­schie­de­nen Kon­ti­nen­ten der Welt erör­tert wur­den. Aus­stel­lung und Vor­träge stan­den un­ter dem Thema "Warum schweigt ih­r?".

Er­war­tungs­gemäß hatte es Künst­le­rin Hart­wig­sen mit dem Vor­ha­ben nicht leicht. Die Zahl der Be­su­cher zur Aus­stel­lungs­eröff­nung hielt sich in ei­nem doch eher ü­ber­schau­ba­ren Rah­men. Deut­lich un­ter­stützt wurde sie durch die Zu­sam­men­ar­beit mit "O­pen Door­s" und dem in Wunstorf le­ben­den ge­bür­ti­gen Ägyp­ter Pro­fes­sor Dr. Fouad Ibra­him. Open Doors ist ein ü­ber­kon­fes­sio­nel­les christ­li­ches Hilfs­werk, das seit ü­ber 55 Jah­ren in mehr als 50 Län­dern ver­folgte Chris­ten durch ent­spre­chende Lob­by­ar­beit und Hilfspro­jekte un­ter­stützt. Gun­nar Garms re­prä­sen­tierte die Or­ga­ni­sa­tion und lobte das En­ga­ge­ment der Künst­le­rin, die selbst von sich sagt, dass sie ihr künst­le­ri­sches Ta­lent noch mehr dazu nut­zen möch­te, um Dinge an­zu­spre­chen, die in ih­ren Au­gen nicht ver­schwie­gen wer­den dür­fen. Die Chris­ten­ver­fol­gung habe "un­fass­bare Di­men­sio­nen an­ge­nom­men", sagte sie zur Aus­stel­lungs­eröff­nung. Schät­zungs­weise 100 Mil­lio­nen Chris­ten wer­den welt­weit auf­grund ih­res Glau­bens ver­folgt. Ihre Bil­der wollte und brauchte sie nicht zu er­läu­tern, sie ver­stand je­der Be­trach­ter. Dafür sorgte die starke und emo­tio­nal tiefe Aus­drucks­weise der Ex­po­na­te. Bil­der, die die Grau­sam­keit der Chris­ten­ver­fol­gung wie­der­spie­gel­ten - oft­mals di­rek­ter, als es Me­dien­be­richte leis­ten, und die den Ver­folg­ten ein Ge­sicht ge­ben. Kein Platz für Chris­ten gäbe es bei­spiels­weise in Nord­ko­rea, be­rich­tete Gun­nar Garms in sei­nem Vor­trag. Die Agi­ta­tion des po­li­ti­schen Re­gi­mes lobe sich als einen Ort mit pa­ra­die­si­schen Le­ben­sumstän­den. "­Doch in die­sem Pa­ra­dies soll es keine Chris­ten ge­ben", be­tonte Garms. Seit meh­re­ren Jah­ren führe Nord­ko­rea da­her den Open Doors-Welt­ver­fol­gungs­in­dex an. Chris­ten wer­den als Staats­feinde auf das Schlimmste ver­folgt, "­denn das Re­gime sieht im Chris­ten­tum einen ge­fähr­li­chen aus­län­di­schen Ein­fluss, der den An­stoß für den Zu­sam­men­bruch kom­mu­nis­ti­scher Re­gime in Ost­eu­ropa und in der ehe­ma­li­gen So­wje­tu­nion ge­ge­ben ha­be". In ent­spre­chen­den Strafla­gern des Lan­des sind na­hezu 70.000 Chris­ten ge­fan­gen. Fol­ter, Hin­rich­tun­gen und bar­ba­ri­sche "­Ex­pe­ri­men­te" seien stän­dig an der Ta­ges­ord­nung. Ebenso deut­lich und aus in­ten­si­ven ei­ge­nen so­wie lang­jäh­ri­gen Be­ob­ach­tun­gen her­aus, be­rich­tete Fouad Ibra­him ü­ber die Si­tua­tion der ver­folg­ten Chris­ten, der Kop­ten, in Ägyp­ten. Sie bil­den heute eine Min­der­heit von rund 15 Mil­lio­nen Gläu­bi­gen im Lande dar, in dem rund 75 Mil­lio­nen Mus­lime le­ben. Ägyp­ten sei aber das erste christ­li­che Land der Welt ge­we­sen. Die Kop­ten seien die Nach­kom­men der in­di­ge­nen Be­völ­ke­rung, "­die sich ü­ber Jahr­hun­derte mehr oder we­ni­ger star­ker Ver­fol­gung ih­ren Glau­ben be­wahrt ha­ben". Im Vor­trag wurde an­hand teils er­schre­cken­der Fak­ten und Bil­der ge­zeigt, wie sehr sich die Lage der Kop­ten seit der Re­vo­lu­tion des 25. Ja­nuar 2011 ver­schlim­mert hat. Im Welt­ver­fol­gungs­in­dex von Open Doors, bei dem Ägyp­ten im Jahr 2009 noch Rang 21 ein­ge­nom­men hat, ver­schlech­terte sich seine Stel­lung auf Rang 15 im Jahr 2012. Ibra­him: "­Seit der Neu­jahrs­nacht 2011/2012 nahm die Ge­walt fort­lau­fend zu. Auf fried­li­che De­mons­tra­tio­nen der Kop­ten, die vom Staat Schutz ih­res Le­bens und ih­res Be­sit­zes for­der­ten, rea­gier­ten so­wohl das alte wie das neue Re­gime mit Ge­wal­t." Seit den Wahlen des Jah­res 2011, die man im Wes­ten teil­weise als "­die ers­ten de­mo­kra­ti­schen Wahlen Ägyp­tens" pries, sei Ägyp­ten fest in der Hand der Is­la­mis­ten. "­Die neue ver­schärft-is­la­mis­ti­sche Ver­fas­sung wurde im Eil­tempo von ei­nem Gre­mium durch­ge­peitscht, aus dem zu­vor un­ter Pro­test alle Ver­tre­ter der Kir­chen und der gemäßig­ten Kräfte aus­ge­schie­den wa­ren." Viele Kop­ten se­hen sich an­ge­sichts des zu­neh­men­den Drucks und wirt­schaft­li­cher Not auch zur Kon­ver­sion zum Is­lam ge­zwun­gen. Bei ei­ner Rück­kehr zum al­ten Glau­ben droht ih­nen der Tod. Die Fälle von Ent­führung jun­ger Frauen mit nach­fol­gen­der Zwangs­kon­ver­sion meh­ren sich, so dass viele El­tern große Sorge um ihre Töch­ter ha­ben. "Warum schwei­gen wir? Warum han­deln un­sere Po­li­ti­ker nicht, wenn die Men­schen­rechte so mas­siv miss­ach­tet wer­den?", fragte Ibra­him ab­sch­ließend die Zuhö­rer. Fo­to: gb

 

Wunstorfer Stadtanzeiger 12.01.2013 | Ausgabe-Nr. 2B

 

 

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Petra Hartwigsen | petra@m-hartwigsen.de